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Wärmepumpe im Winter: Funktioniert sie auch bei Minusgraden?

Wärmepumpe im Winter: Funktioniert sie auch bei Minusgraden?

Es ist die häufigste Frage, die wir in Beratungsgesprächen hören: „Reicht eine Wärmepumpe wirklich, wenn es draußen richtig kalt wird?“ Die kurze Antwort: Ja. Moderne Wärmepumpen heizen auch bei zweistelligen Minusgraden zuverlässig – in Skandinavien sind sie seit Jahrzehnten Standard, bei Wintern, die deutlich härter sind als in Hamm und dem Ruhrgebiet. In diesem Artikel erklären wir, wie das funktioniert, was die Effizienz im Winter beeinflusst und worauf Sie bei Planung und Betrieb achten sollten.

Wie eine Wärmepumpe bei Kälte Wärme gewinnt

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe entzieht der Außenluft Wärmeenergie – und die ist physikalisch auch bei −10 °C noch reichlich vorhanden. Das Kältemittel in der Anlage verdampft bereits bei sehr niedrigen Temperaturen, nimmt dabei Energie aus der Luft auf und wird anschließend vom Verdichter auf ein nutzbares Temperaturniveau gebracht. Je kälter es draußen ist, desto mehr Arbeit muss der Verdichter leisten – die Anlage heizt weiter, benötigt dafür aber mehr Strom.

Was passiert bei extremer Kälte?

Die meisten aktuellen Geräte arbeiten bis etwa −20 °C bis −25 °C Außentemperatur im Wärmepumpenbetrieb. Für die wenigen Stunden im Jahr, in denen es noch kälter wird oder die Heizlast kurzfristig über der Leistung liegt, ist ein elektrischer Heizstab integriert. In unserer Region springt dieser bei einer korrekt dimensionierten Anlage nur selten an – entscheidend ist die saubere Auslegung auf die sogenannte Normaußentemperatur, die im Raum Hamm bei etwa −10 °C liegt.

Die drei wichtigsten Stellschrauben für effizienten Winterbetrieb

1. Richtige Dimensionierung

Eine zu klein ausgelegte Wärmepumpe läuft im Winter am Limit und schaltet oft den Heizstab zu – eine zu große Anlage taktet ständig und verschleißt schneller. Grundlage jeder seriösen Planung ist deshalb eine raumweise Heizlastberechnung, keine Schätzung nach Wohnfläche.

2. Niedrige Vorlauftemperatur

Je niedriger die benötigte Vorlauftemperatur, desto effizienter arbeitet die Anlage. Ideal ist eine Fußbodenheizung – aber auch mit größeren Heizkörpern oder dem Tausch einzelner Heizflächen lassen sich viele Bestandsgebäude wärmepumpentauglich machen.

3. Abgestimmte Einstellung

Heizkurve, Sperrzeiten und Warmwasserzeiten müssen zum Gebäude und Ihrem Alltag passen. Eine sauber eingestellte Anlage spart im Winter spürbar Stromkosten gegenüber der Werkseinstellung.

Vereisung am Außengerät: normal und kein Grund zur Sorge

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt bildet sich am Verdampfer Reif oder Eis – das ist physikalisch normal. Die Anlage taut sich in kurzen Intervallen automatisch ab. Sie müssen lediglich darauf achten, dass das Außengerät frei bleibt: kein Schnee vor dem Luftauslass, kein Laub im Gerät, Kondensatablauf frostfrei. Bei ungewöhnlich starker dauerhafter Vereisung sollte ein Fachbetrieb draufschauen – das kann auf Kältemittelmangel oder einen Defekt der Abtauung hindeuten.

Lohnt sich die Wärmepumpe im Winter finanziell?

Die Jahresarbeitszahl (JAZ) einer gut geplanten Anlage liegt auch inklusive der Wintermonate typischerweise zwischen 3 und 4,5 – aus einer Kilowattstunde Strom werden also drei bis viereinhalb Kilowattstunden Wärme. In Kombination mit einem Wärmepumpenstromtarif und optional einer Photovoltaikanlage bleibt der Betrieb auch in der kalten Jahreszeit wirtschaftlich. Was eine Anlage inklusive Förderung kostet, haben wir in unserem Beitrag Wärmepumpe in Hamm: Kosten, Vorteile und Förderung zusammengefasst.

Häufig gestellte Fragen

Bis zu welcher Außentemperatur funktioniert eine Wärmepumpe?

Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen arbeiten je nach Hersteller bis etwa −20 °C bis −25 °C Außentemperatur. Für sehr kalte Tage ist meist ein elektrischer Heizstab als Reserve integriert, der in unserer Region nur selten anspringen muss.

Verbraucht eine Wärmepumpe im Winter deutlich mehr Strom?

Ja, im Winter steigt der Stromverbrauch, weil die Temperaturdifferenz zwischen Außenluft und Heizwasser größer ist. Bei einer richtig dimensionierten Anlage mit passender Vorlauftemperatur bleibt der Betrieb trotzdem wirtschaftlich.

Muss ich die Wärmepumpe im Winter abtauen oder freischaufeln?

Das Abtauen des Verdampfers erledigt die Anlage automatisch. Sie sollten lediglich darauf achten, dass Luftein- und -auslass des Außengeräts frei von Schnee und Laub bleiben.

Ist eine Wärmepumpe auch im Altbau winterfest?

In vielen Fällen ja – entscheidend sind Heizlast, Heizflächen und Vorlauftemperatur. Ob Ihr Gebäude geeignet ist, klären wir mit einer Heizlastberechnung und unserem Wärmepumpen-Check.

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